Wien, oh du Schöne!

Wien, oh du Schöne!

Wer Wien nur mit der Wiener Klassik verbindet, hat weit gefehlt! Auch in der Romantik und der Moderne ist Wien ein Anziehungspunkt für die Hautevolee der Komponistengarde – und wir als Märkischer Jugendchor sind diesen Spuren gefolgt – Wien als Reiseziel unserer diesjährigen Chorreise (08.-12.06.2026)!

Mutig, wie wir sind, haben wir auf die Deutsche Bahn gesetzt und sind mit dem Zug gefahren. Manchmal zahlt sich Mut aus – wir haben alle Anschlüsse erreicht und sind entspannt gereist. Highlight neben den Aussichten und gemeinsamen Gesprächen war das „Vier-Gewinnt-Tournier“.

Unser erster Tag war der Kultur gewidmet – eine Huldigungstour mit dem Versuch, alle musikalischen Highlights zu erkunden. In altbewährter Tradition haben die Chörlis die Highlights vorgestellt – äußerst innovativ in Reimen, dreistimmig vorgetragen, als Reporterin eines Nachrichtenmagazins oder in Form einer Rapper-Room-Tour. 30-Grad und drückende Hitze minderten das Wohlgefühl und letztlich hieß es, vor einem Gewitter auszureißen. Das „Haus der Musik“ – ein interaktives, faszinierendes Museum – bot Schutz; nur leider zum falschen Zeitpunkt. Krönender Abschluss des ersten Abends: ein Wiener Schnitzel – vegetarischer Trost wurde auch geboten.

„Wiener Schnitzel“ – muss ein*e Tourist*in erlebt haben (Mozart, Beethoven, Haydn – na klar – und auch Brahms): was noch? Hmmm, ja: den Prater – oder besser gesagt, den Prater nicht (Position der Chorleiterin, die auf der Rennstrecke versagte, versus Chörlis), aber das Riesenrad mit Blick über das wunderschöne Wien! Fantastisch! Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es weiter zu unserem ersten Konzert in der evangelischen Kirche „Am Tabor!“ Die Anzahl der Gäste war zwar überschaubar, aber deren Begeisterung unvergleichbar! Die Kantorin lud uns nach dem Konzert ein, die Orgel zu spielen – wunderbar der Mut vieler Chörlis!

Der Märkische Jugendchor ist brandenburgweit gut vernetzt – und so verhalf uns die Uni Potsdam zu Auftritten der besonderen Art: wir lernten den Caritas-Campus-22 kennen. Das ist ein Campus, der vom Kindergarten über Schule und Ausbildung bis hin zum Seniorenheim alle Lebensbereiche miteinander verbindet. Wir haben ein Grundschulkonzert für und mit äußerst interessierten Grundschülern gegeben und ein Seniorenkonzert. Während des „Jausnens“ sprachen uns Auszubildende des Campus an und wünschten sich ein Open-Air-Konzert – yes, of course: the pleasure was all ours!

Einige von uns wollten danach unbedingt noch Sissi besuchen – mit dem Fahrrad, um Kilometer für’s Stadtradeln zu sammeln. Leider kamen wir zu spät beim Fahrradverleih an – und so mussten wir mit den Öffis fahren – bitter für die Bilanz, aber: Sissis Schloss ist uns nicht entgangen!

Bleibt nur noch eine Randnotiz: wie kann man verpassen, beim Hauptbahnhof aus der Straßenbahn zu steigen? Alle haben es geschafft – außer die Chorleiterin und die Schulleiterin. Was für ein Glück, dass wir so selbständige Chörlis haben!

Wir danken der „Stiftung Soziales Neuruppin“, dass sie unsere Reise wieder finanziell unterstützt hat!

Ulrike Schubach

Schreibe einen Kommentar